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Aktuelle Fragen an antike Tragödien

© Lea Schröder

Studiengang Darstellendes Spiel: Aufführungen begeistern Publikum

Theater an ungewöhnlichen Schauplätzen: Am 3. und 4. Juli 2026 präsentierten 40 Studierende des Studienfachs Darstellendes Spiel der ÌÇÐÄÔ­´´ Ergebnisse aus ihrer Theaterpraxis im Rahmen des Projektsemesters. Unter freiem Himmel und an verschiedenen Spielorten wurde das Publikum eingeladen zu einer Reise durch antike Stoffe und brisante Themen – ein Abend zum Nachdenken und Mitmachen.

Drei Frauenfiguren aus dem Alten Griechenland standen im Mittelpunkt der Aufführungen. In drei Gruppen – „Kassandra_finally“, „Antigone_complex“ und „Athene_revisited“ – entwickelten die Teilnehmenden eigene szenische Zugänge zu antiken Theatertexten. Ziel war es, die demokratiefördernde Funktion von Theater künstlerisch und kritisch zu erproben.

Den Auftakt bildete „Kassandra_finally“. Diese Produktion vereinte Studierende und Menschen mit Behinderung, die nicht studieren, in einer besonderen Ensembleleistung. Thematischer Ausgangspunkt war hier die trojanische Prinzessin Kassandra, deren düstere Zukunftsprogosen nicht gehört werden. Das inklusionsorientierte Projekt fand im Theaterraum ‚milchbar‘ statt (Alte Mensa am Schneiderberg) und führte ganz unterschiedliche Geschichten und Perspektiven zusammen. 

Im Anschluss ging es dann zu Fuß in die Nordstadt. Auf dem Vorplatz des Stadtteilzentrums Nordstadt (Bürgerschule) wurde „Antigone_complex“ nach Sophokles‘ Tragödie aufgeführt – genau dort, wo vor etwas mehr als 30 Jahren die Chaostage tobten. Die Aufführung schuf eine Verbindung zwischen der antiken Vorlage und heutigen Debatten über gesellschaftliche Verantwortung – und die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern.

Das Projekt „Athene_revisited“ schließlich lud zum aktiven Mitwirken ein. Wie in der attischen Demokratie wurde über den Zustand der Demokratie debattiert – und gemeinsam abgestimmt. Das Publikum erlebte Theater als partizipativen Verhandlungsraum und wurde dazu ermutigt, demokratische Werte neu zu hinterfragen und selbst mitzugestalten.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtteilzentrum Nordstadt (Bürgerschule) und gefördert von der Leibniz School of Education entstand so ein Theaterabend, der Antike und Gegenwart, Theater und Öffentlichkeit sowie künstlerischen Anspruch und politische Bildung verband. Studiengangsleiter Dr. Ole Hruschka war im Anschluss sehr zufrieden. „Vor allem bin ich glücklich, dass sich die Studierenden auf dieses vielfältige Angebot so begeistert eingelassen haben“, sagte er. Gerade für die angehenden Lehrerinnen und Lehrern für das Fach Theater/Darstellendes Spiel sei es wichtig, dass sie selbst praktische Theatererfahrungen sammeln.

Über den Studiengang

Der niedersächsische Kooperationsstudiengang wird von der ÌÇÐÄÔ­´´ gemeinsam im Verbund angeboten mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH), der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK), der Stiftung Universität Hildesheim und der Technischen Universität Braunschweig.