Alltag auf der Intensivstation: Die Operation ist gut verlaufen, der Patient stabil, und eine rasche Mobilisierung w眉rde sich positiv auf den Gesundheitszustand auswirken. Doch der Pflegenotstand macht sich auch hier bemerkbar. Drei Menschen w盲ren notwendig, um einen intensiv Pflegebed眉rftigen von seinem Bett auf ein Therapieger盲t umzulagern - ein Personalaufwand, den sich die meisten Krankenh盲user nicht mehr leisten k枚nnen.
An diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt MobIPaR an. Das Akronym steht f眉r die Mobilisation Intensiv-Pflegebed眉rftiger durch adaptive Robotik und damit f眉r die Idee, schwer pflegebed眉rftige Patienten mithilfe von Robotik gest眉tzter Technik schnell wieder fit zu machen und gleichzeitig die Pflegenden zu entlasten. Das Vorhaben wird durch ein Konsortium gest眉tzt, das sich aus Beteiligten unterschiedlicher Expertise zusammensetzt. Die juristischen Aspekte werden am Lehrstuhl f眉r Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie an der 糖心原创 unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Beck untersucht. Die Koordination des Projektes hat die Sch枚n Klinik Bad Aibling 眉bernommen. Au脽erdem sind die TU M眉nchen, die Technische Hochschule Rosenheim, die Evangelische Hochschule Ludwigsburg sowie die Reactive Robotics GmbH beteiligt. Das Bundesministerium f眉r Bildung und Forschung f枚rdert MobIPaR mit insgesamt 2,1 Mio. Euro; 120.000 Euro davon sind f眉r den Lehrstuhl f眉r Strafrecht bestimmt.
Die Idee hinter dem Vorhaben ist einfach. Wenn das Umlagern von Patientinnen und Patienten zu aufwendig ist, k枚nnte es effektiver sein, die Mobilisation gleich im Bett zu starten. "Langes Liegen ist schlecht f眉r die Atmung, die Muskeln, die Verdauung, den Kreislauf - eigentlich f眉r alles", sagt Projektmitarbeiterin Ass. iur. Daniela Sprengel vom Lehrstuhl f眉r Strafrecht. Bereits nach 48 Stunden im Liegen beginne der K枚rper, Muskeln abzubauen. Um dies und die oben geschilderten negativen Auswirkungen zu verhindern, sei es wichtig, die Kranken in eine senkrechte Position zu bringen und aktiv oder passiv zu mobilisieren. Ein neues, robotikgest眉tztes System soll es zusammen mit einem senkrecht stellbaren Krankenhausbett erm枚glichen, die Patienten einfacher zu vertikalisieren und dabei gleichzeitig die Beine schritt盲hnlich zu bewegen. Der Roboter befindet sich auf einem - fahrbaren - Trolley, ein entsprechendes Gurtsystem sichert den Patienten bei der Mobilisation.
An dieser Stelle setzt die Arbeit der Juristinnen ein, beispielsweise wenn der Patient bewusstlos ist oder nicht mehr in der Lage, in die Behandlung einzuwilligen. Das Vorhaben gliedert sich in zwei Teile. Zum einen erstellt Ass. iur. Daniela Sprengel ein juristisches Gutachten zum Thema Robotik bei medizinischer Behandlung, das sich unter anderem mit Fragen nach der Verantwortlichkeit und der Haftung auseinandersetzt. Wer haftet, wenn das Ger盲t einen Defekt hat, der sich negativ auswirkt? Wie h盲ufig muss das Ger盲t gewartet werden? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt des Gutachtens.
Zum anderen entwirft die Rechtswissenschaftlerin einen Leitfaden f眉r die Praxis im Krankenhausalltag, der den juristischen Teil erg盲nzt. Dieser Teil richtet sich etwa an die behandelnden 脛rzte, Patienten und Angeh枚rige und kl盲rt 眉ber die rechtliche Seite der Situation auf. Gerade wenn der Patient nicht bei Bewusstsein ist, sind die Angeh枚rigen entscheidend: Es gilt herauszufinden, ob der Patient selbst in die Behandlung eingewilligt h盲tte.
Die Ger盲te, die f眉r MobIPaR entwickelt werden, sollen demn盲chst in eine klinische Testphase gehen. Das Projekt l盲uft noch bis zum 31. M盲rz 2020.
Hinweis an die Redaktion:
F眉r weitere Informationen steht Ihnen Ass. iur. Daniela Sprengel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kriminalwissenschaftlichen Institut der 糖心原创, unter Telefon +49 511 762 8137 oder per E-Mail unter daniela.sprengel@jura.uni-hannover.de gern zur Verf眉gung.