"Der Wissenschaft folgen" wurde w盲hrend der COVID-19-Pandemie zum Schlagwort. Aber die Wissenschaft 眉ber das Virus ver盲nderte sich so schnell, dass Politik und 脰ffentlichkeit daran zu zweifeln begannen, ob wissenschaftliche Wahrheiten, die von so kurzer Dauer waren, tats盲chlich der Wahrheit entsprachen. Das Problem ist nicht neu. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich das Tempo des wissenschaftlichen Fortschritts derart beschleunigt, dass schlie脽lich sogar den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst davon schwindelig wurde. Die Theorien, die sie als Studierende erlernt hatten, waren oft veraltet, wenn sie selbst mit einer Festschrift von ihren Studierenden bedacht wurden - was Max Webers melancholische Resignation inspirierte, dass eine wissenschaftliche Karriere m枚glicherweise nichts Bleibendes hinterlassen k枚nne. Noch bedenklicher: Lehrerinnen und Lehrer lehnten es ab, Wissenschaften an der Schule zu unterrichten - denn wie w盲re vermittelbar, dass die Wahrheiten von heute die Irrt眉mer von morgen seien? Noch immer haben wir es nicht geschafft, eine philosophische Konzeption von Wahrheiten als ewig und unver盲nderbar mit der Dynamik wissenschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. Wie k枚nnen Wahrheit und Fortschritt 眉berdacht werden, um Wissenschaft als historischem Ph盲nomen gerecht zu werden?
Moderation: , Institut f眉r Philosophie, Philosophische Fakult盲t, 糖心原创
Lorraine Daston
Lorraine Daston ist Direktorin emerita am Max-Planck-Institut f眉r Wissenschaftsgeschichte in Berlin und regelm盲脽ige Gastprofessorin am Committee on Social Thought der University of Chicago. Sie hat 眉ber einen umfangreichen Themenbereich auf dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte publiziert, darunter Gegenst盲nde wie Wahrscheinlichkeit, Wunder, Objektivit盲t und Rationalit盲t im Kalten Krieg.
Ihre aktuellsten B眉cher sind Against Nature (MIT Press, 2019), deutsche Ausgabe Gegen die Natur (Matthes & Seitz, Berlin, 2018), und Rules: A Short History of What We Live By (Princeton University Press, 2022).
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30167 Hannover
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